Lilith – die Unerkannte

Lilith, das sind die toten, glühenden Augen in dem Dunkel der pechschwarzen Nacht.
Genau so gut kann man sagen: Lilith gibt es nicht.

Das Lilithprinzip wird astrologisch im entferntesten Punkt der Mondbahn angesiedelt. Lilith wird auch der »Schwarze Mond« genannt.
Lilith ist in ihrem Ursprung eine sumerische Göttin, die im Prozess der Schöpfung keine positive Rolle gespielt haben soll, und deswegen ohne einen festen Wohnort »in die Steppe« verbannt wurde. In der Bibel ist »Lilith« wird Nachtgespenst, das in der Wüste wohnt, erwähnt. Lilith ist auch in der modernen Emanzipationsbewegung ein Symbol für Weiblichkeit.
Lilith umgibt einen Nimbus des weiblich – geheimnisvollen – negativen. Sie wird in manchen alten Texten auch als nächtliche Kindesmörderin »gehandelt“. So wurde wohl der heute immer noch manchmal medizinisch unerklärlich frühe Tod Neugeborener versucht zu begründen.
Nun ja, wie dem auch gewesen sein mag oder auch immer noch ist. Das Unheimliche mit einer imaginären Schuldzuweisung bleibt „in der Luft“.

Das Lilithprinzip ist zunächst wirklich sehr unheimlich – geheimnisvoll.
Es scheint nie sein Geheimnisse preis zu geben.
Das macht es besonders geheimnisvoll.
Lilith löst Negatives, negative Gefühle aus.
Ich habe herzhaft gelacht, als mir das klar wurde.
Damit war mir die oberflächliche Medizin für das Lilithprinzip klar.
Klar ist auch: Bei einem plötzlichen Kindestod gibt es nichts zum lachen, doch wenn man die Mystifizierung und das Unheimliche aus ganzem Herzen belacht oder auch nur belächelt, hat man das Lilithprinzip in diesem Fall überwunden.

So ist es: Es wird behauptet, es gäbe ein Geheimnis mit Namen Lilith. Das Geheimnis hat einen weitgehend unbekannten, aber bösen Charakter.
Das wirkliche Geheimnis ist, dass es dieses Geheimnis nicht gibt. Was existiert, ist die Behauptung des Geheimnisses. Das jedoch darf nicht bekannt sein, denn dann ist das Geheimnis gelüftet.
Das ist das Lilithprinzip!

Was soll und kann man damit machen, astrologisch und realen Leben?
Man kann mitspielen, man kann sich ängstigen, man kann sie für sich (zu politischen oder unlauteren Zwecken) nutzen. Man kann Lilith überall vermuten (zur Erinnerung: wobei es sie nicht gibt) und durch Erweiterung der Geschichten fördern.
Oder ist Lilith doch das wirkliche glühende Paar Augen in der Nacht?
Oder ist Lilith doch der in seiner Wohnung versteckte Nachbar, der nur Böses will?

Doch mal im Ernst: Lilith versinnbildlicht die real unbegründete, hintergründige Angst, die wahrscheinlich jeder Mensch kennt.
Das Lilithprinzip ist in der Politik und im Militär zu Hause. Es ist das Gerüchte streuen und die nicht begründet Desinformation.

Unbegründete, hintergründige Angst, das ist das Markenzeichen von Lilith. Wie kann man damit umgehen? Was kann man tun?
Nichts kann oder sollte man tun, ist zunächst einmal meine Antwort. Ignorieren ist das Allheilmittel. Wenn das nicht möglich ist, und man viel Humor hat: Aus vollem Herzen lachen! Doch aufgepasst, nicht, dass das Lachen vor lauter Angst im Halse steckenbleibt. Das kann dabei schnell passieren.

Tief im Lilithprinzip scheint ein erschreckendes „wahres Wissen“ versteckt zu sein. Was viele für Tatsache halten. Bei Lichte betrachtet wird „nur“ ein negatives Klima geschaffen.
Das Wissen / die Tatsache heißt: „Mensch, du bist böse.
Du bist die Sünde, du bist die unergründliche Schlechtigkeit“
Das ist die existenzielle Botschaft des unerlösten „Prinzip Lilith“.
Das ist für sehr viele Menschen real.
Aber: Das ist ein Falschinformation, es ist der Betrug.
Denn die „Information“ stammt nicht aus Lilith selbst. (Wie denn auch, da es sie nicht gibt.) Diese Information ist eine besonders infame Behauptung einer gesellschaftlichen Gruppe, die das sich daraufhin entwickelnde Schuldgefühl für eigene Zwecke ausnutzt. Oft geht damit auch ein verlogenes wie infames Heils- oder Befreiungsversprechen einher.
Weniger gesellschaftlich, aber dafür dafür direkt und nachhaltig wirksam kann die lilitgefärbte Behauptung in einer Beziehung sein: „Du bist Schuld.“ Das ist ein kurzer und verkürzender Satz. Das soll ein Totschlagargument sein, mit dem viele Menschenversuchen die Verhältnisse in einer Beziehung zu klären versuchen, aber die Wirklichkeit verzerren. Ein harmlos erscheinender Satz aus der Politik und Religion beginnt so: „Weil es den…. XYZ schlecht geht, müssen wir heute und ab sofort (möglichst) um bemühen….“ Der Satz kommt ausgesprochen harmlos daher. Betrachtet man ihn in seinem Zusammenhang, erkennt man, dass er nichts als infame Manipulation ist, die Zusammenhänge herstellt, die nicht gegeben sind.

Um zu entdecken, dass es kein Böses im Menschen, weder allgemein, noch individuell gibt, braucht manchmal tiefe Einsicht, Selbsterfahrung und meist auch einen längeren Prozess der Entwöhnung.
Lilith ist in unserer Kultur fast allgegenwärtig: der Sündenbegriff Tod-, Erbsünde und alle deren Modifikation sind Erscheinungen des Lilitprinzips. Dazu gehört natürlich auch die Kollektivschuld für Familien, Clans oder ganze Völker.
Und: in vielen Firmen und Gemeinschaften ist Lilith in Form von Mobbing zu Hause.

Kennen Sie den auf den ersten Blick fürsorglich wirkenden Satz: „Es könnte (Dir) etwas passieren!“ Dieser Satz könnte direkt von Lilith stammen, wenn es sie wirklich geben würde.
Angstmache z.B. vor der nächsten Eiszeit, der Klimakatastrophe, dem bösen Russen, den dummen Amerikanern, dem Sozialismus, den Rechten, den Linken, der Hölle, den Hormonen im Trinkwasser und den Bakterien in Wasserflaschen. Das sind, soweit ich das sehen kann, Lilithphänomene.

Lilith existiert nicht.
Das Lilithphänomen ist ein Mär, das Prinzip ist ein Phantom. Es wird dann existent und wirksam, wenn man es für bare Münze hält.
Die Verwandtschaft zum Neptunprinzip ist nur scheinbar. Das Neptunprinzip ist ein Lehrer, das im Endeffekt ein unbedingtes Vertrauen und verlangt und auf sich selbst zurück führt. Das Lilithprinzip löst sich in ein Nullnichts – wie ich es nenne – auf. Es wird in dem Augenblick lebendig, wenn man sich daran erinnert und es nutzt.
Wir gesagt: das Lilithprinzip ist wirklich perfide. (Ich nutze hier bewusst eine Lililthtechnik, um Lilith zu diskriminieren und halte mir den Bauch vor Lachen.)

Das Lilithprinzip kann einen Menschen auch zu sich selbst bringen. Das geschieht dann, wenn der Mensch akzeptiert, dass er nichts ist und zugleich für alles, was er tut und lässt seine Verantwortung akzeptiert.
Das ist eine Aufgabe, die nicht mit dem Verstand, sondern nur in sich selbst zu lösen ist.

Naja, es gibt einen wirklichen „guten“ Weg aus dem Lilithphänomen hinaus.
Werden Sie, lieber Leser zu Lilith. Es ist ganz einfach, lernen Sie das Prinzop in sich kennen, gehen Sie in das Prinzip hinein, bleiben Sie in diesem Prinzip drin, zunächst vielleicht nur zur Kontaktaufnahme. Machen Sie Pause und verarbeiten Sie den Mummenschanz, gehen Sie wieder und wieder hinein. Bleiben Sie in dem Prinzip, bis Sie von oben bis unten über den dummen Scherz lachen, herzhaft lachen können.
Zwischendurch verwandelt sich das Prinzip „Lilith“ sich in Spaß, Klarsicht, Klartext, Schalk und Karneval. Machen Sie, was Sie wollen, Sie brauchen keinen „Respekt“ vor nichts Bösem mehr zu haben.
Wirklich nicht, oder?

Das Dunkle hat keine Substanz. Im Nichtwissen um die Dinge verhält man sich aus Dummheit, Ignoranz oder Kalkül so als ob es doch Substanz hätte. Doch es hat und bekommt nach wie vor keine Substanz. Nur die damit ausgelöste Angst hat Substanz und zeigt Wirkung.
Werden Sie zum Dunklen Mond.
Erleben Sie seine „Wirklichkeit“.
Wahrscheinlich werden mehr lachen als jemals zuvor.

Entdecke Sie, das das Leben ein Joke ist.