Lilith – Projektion und Substanz

Lilith ist ein Phänomen.
Weiblich – vielleicht, sicher oder wahrscheinlich oder was ganz anderes.
Geist, Geistergeschichte, Mär, wichtiges Abbild des Weiblichen, Projektion
Phantasie, Wunschgedanke, Wunschgefühl?
Racheengel, Kindsmörderin, die andere Eva,
oder was denn nun?
Was mich an der Gestalt fasziniert, ist ihre Unbestimmtheit bis ins Grenzenlose.
Letztlich hat mich ein Ereignis stutzig gemacht: Eine Astrologin behauptete, dass Lilith in keinem Geburtshoroskop von männlichen Kindern vorkäme.
Eine andere, offensichtlich ähnlich astrologieerfahrene, Frau bestätigte das sofort.
Ich wusste zunächst nicht, wie ich damit umgehen konnte, weil es mir glaubhaft vorgetragen wurde.
Ich war desorientiert. Es war für mich so, als ob jemand behaupten würde, Bier würde nur in Bayern getrunken und alles andere wäre kein Bier.
Naja…
Jahre vergingen, Lilith tauchte vor meinen Augen in jedem Astrogramm auf, gleich ob weiblich, männlich oder in einem Ereignisastrogramm.

Heute kenne ich nicht nur die Lilith als Schatten, (Symbol: Vorschaubild der Version vom 12. November 2008, 21:29 Uhr ) sondern auch Lilith als die Energie des Asteroiden (Symbol: Vorschaubild der Version vom 12. November 2008, 21:30 Uhr )

Wenn in Astrokreisen von Lilith die Rede ist, melden sich zumeist Frauen, die ihr Frauenbild, ihr Frausein erfahren, erweitern, vertiefen, klären oder propagieren wollen.
Dabei sind die Aussagen über die astrologische Lilith ausgesprochen heterogen.
Das kann natürlich jede so halten, wie sie will, doch in der Astrologie herrscht im Allgemeinen eine weitgehende Einigkeit über die Inhalte und Bedeutungen der Symbole.
Offensichtlich nicht so bei Lilith.
Vom absolut Weiblichen, über das Böse in der Frau, die absolut reine weibliche Kraft, die Heilerin, die Kindesmörderin, die Wächterin zwischen dem Diesseits und Jenseits und… habe ich (und vielleicht Sie auch) inzwischen gelesen.
Das alles wäre Lilith, alternativ oder jeweils in einer bestimmten Gemengelage.
Mit den Jahren wurde mir das Phänomen “Lilith” immer klarer, je mehr Frauen ich kennenlernte, die zu Lilith eine Standpunkt hatten.
Zusammengefasst: Ich wurde den Eindruck nicht los, dass sie auf diesen astrologischen Sensitivpunkt “Lilith” ihre ganz persönlichen und gesellschaftlich angenommenen Frauen(wunsch)bilder und Frauenerfahrungen projizieren.
Die Geschichten, die sich um die “historische” Lilith ranken, bieten sich dafür auch an. Im Internet kann man Unmengen an Literatur und Texten zum Thema “Lilith” finden.

Vor längerer Zeit bin ich, wie durch Zufall, in meinen Astroprogramm, das ich zum Erstellen von Astrogrammen nutze, auf den Asteroiden Lilith gestoßen, habe dann einige Astrogramme mit dem Asteroiden Lilith ausgedruckt und seinen Aufenthalt im Astrogramm des Menschen mit den astroenergetischen Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen, untersucht.

Das Prinzip des Asteroiden selbst realisiert in jedem Fall das Weibliche.
Das Weibliche des Asteroiden ist immer: unbewegt, stabil, standhaft, vorurteilsfrei, achtsam, ruhig – gelassen, zugewandt und es bleibt immer es selbst.
Negatives oder Positives ist wie unbekannt.

Der Stand im Astrogramm gibt die Färbung, die Handhabung und die speziellen, persönlichen Themen des grundlegend Weiblichen wieder.

Das ist unabhängig von Alter und Geschlecht.
Doch was ist mit Lilith – Sensitiv?
Inzwischen habe ich die Erfahrung, dass, wenn man (Mann oder Frau) sich mit dem Punkt auseinandersetzt und die Energien integriert, von dieser Lilith absolut nichts übrigbleibt.
Der Sensitivpunkt Lilith ist eine Projektion der Weiblichkeitsbilder, von denen behauptet wird, die Projektion wäre das Wirkliche.
Der Rest ist nichts. Damit ist auch belegt, dass es sich wirklich um eine Projektion (Neptun?) handelt.
Das wird nicht jedem gefallen.
Diejenigen, die den Asteroiden Lilith im Verhältnis zur sensitiven Lilith kennen, tragen eine weitaus größere Ruhe, Souveränität und Gelassenheit in sich und realisieren eine diskussionslose, in sich ruhende Geschlechtsidentität.