Geburtsprozess und Geburtshoroskop

Vorab

Eine kurze Quintessenz dieses Textes:
Das Geburtshoroskop ist eine symbolische Abbildung des Prozesses von Zeugung bis Geburtsinitiation und dann nochmals von diesem Punkt bis zur Abnabelung.
Der in dieser Zeit stattfindende biologische Prozess wird mit einer Codesprache transportiert. Die besonderen Ereignisse während dieser Zeit sind durch Planeten, Asteroiden und Berechnungen hervorgehoben.

Die Annahme und der Glaube an das Zauberhafte, Magische und Mystische der Beeinflussung durch die Sterne dürfte damit ein Ende gefunden haben.

Am Anfang

Jede Geburt beginnt mit dem ersten Impuls. > Eine banal klingende Aussage!
Das ist keine neue Erkenntnis, ich möchte dennoch daran erinnern.
Der Impuls ist – astrologisch ausgedrückt – das Widderprinzip. Man sagt auch, der erste Impuls kommt wie aus dem Nichts (aus dem Fischeprinzip). Der Augenblick des Impulses gehört astrologisch gesehen zum Widderprinzip.
Dieser Augenblick ist der des Sonnenaufgangs im Astrogramm.

Was in diesem Augenblick geschieht, kann man im Geburtshoroskop nachvollziehen. Man schaut in und auf den Sonnenaufgang (AC), kann man die Informationen herauslesen. Man erkennt, ob der erste Impuls aufregend, anregend, erschreckend war, ob er verschlafen wurde, ob er als angenehm oder unangenehm erlebt wurde. Man kann rückschließend nachvollziehen, wie der erste Augenblick aufgenommen wurde.
Betrachtet man das Geburtshoroskop weiter, kann man feststellen, dass man nicht nur das Initial der Geburt, sondern auch den gesamten Geburtsprozess im Horoskop findet.

Die Abbildung des Horoskops ist herkömmlicherweise der Kreis. Damit bekommt man den Blick auf die Zusammenfassung des Geburtsprozesses als ein Geschehen. Der Prozess erscheint als ein „stehendes“ Ereignis.
Das ist der räumliche Anblick und Obenaufblick.

Vom Kreis zur Linie

Man kann ein Astrogramm als die Geschichte des Geburtsprozesses sehen. Das ist an Hand des Astrogramms optisch einfach zu bewerkstelligen.
Ich finde die lineare Ansicht in diesem Zusammenhang vorteilhaft, weil hier der Ablauf und keine Gleichzeitigkeit dargestellt wird. Der Prozess ist zeitlich. Er findet im Unsichtbaren statt und „endet“ im Sichtbaren.

Und das geht so: Man beginnt am Sonnenaufgangspunkt (AC) und bildet an Hand des Verlaufs der Sternzeichen keinen Kreis, sondern legt den Ablauf gegen den Uhrzeigersinn als eine Linie.  Dann hat man den Ablauf des Geburtsprozesses vor sich. Die Planetenprinzipien zeigen die spezifischen Ereignisse an, die Sternzeichen geben die nähere Umgebung des Fötus wieder.
Die Häuserprinzipien nehme ich als räumlich, zeitliche Bereiche, die alleine durch die Thematik der Energie und nicht durch Berechnungen angezeigt ist. In den Bereichen agiert die Umgebung des Fötus (Sternzeichen) und der Fötus selbst.

Jeder Augenblick während des gesamten Geburtsprozesses ist ein Ereignis mit einem ihm eigenen Inhalt. Wer man mag, kann die Siderischen Symbole als Brücke nutzen, um zu erfahren, was die Inhalte sein können.
Da sie in Abfolge (Geburtsprozess) erscheinen, sind die Beziehungen, anders als im runden Radix, nicht erkennbar. Doch wird ein persönliches Klima und ein unverwechselbarer Stil, was weiter differenziert im fertigen Geburtshoroskop zur erfahren ist, erlebbar.
Fühlt man sich in der Linie ein, erkennt man in der Abfolge eine innere Logik, die sich später im Leben als die Lebenslogik darstellt.
In Hin-/Rückführungen kann man die Knotenpunkte, dargestellt durch die Planetenprinzipien, ansteuern und schließlich zur Entladung bringen. Das ist die Strategie der Astroenergetik.
Die klassische Form ist das Rebirthing. (Rebirthing wurde in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Leonhard Orr als eine Selbsterfahrungsmethode entwickelt. Sie dient u. a. der Entladung und Abreaktion von energetischen Hemmungen und Blockaden, die sich im Geburtsprozesses gebildet haben.)
Das heißt, man kann auf diese Art und Weise die energetischen Spannungspunkte und Spannungsfelder und damit auch in den Punkten festsitzende Themen „die Spitze“ nehmen, und wenn man weiter und tiefer geht, sie entladen und damit eliminieren.
Mit Rebirthing ist das ein anstrengender Prozess, der einen sensiblen und professionellen Umgang mit der Katharsis (Entladung) des Klienten verlangt.
Mir war die körperliche und psychische Belastung bei der klassischen Katharsis zu stark, und so habe ich mich auf die Suche nach zeitgemäßen Wegen der Entladung gemacht.

Zur Entstehen der Spannungsfelder

Wie kommen die Spannungsfelder zustande, die man im Geburtshoroskop/Radix sehen kann?
Sie entstehen durch ein Reiz – Reaktionssystem.
Hier nun eine Reihe von Beispielen, wie das Reiz- Reaktionssystem während einer Geburt ablaufen kann:
A Der Fötus ruht versorgt und gehalten in der Mutter. (Neptun/Fischeprinzip)
1. Die die Mutter produziert die Hormone, die den Geburtsvorgang einleiten.
2. Der Fötus reagiert… nervös, (Uranusprinzip) wie erlöst (Jupiterprinzip) , ungehalten (Marsprinzip) oder…
3. Der Geburtskanal wird angenehm, aber eng… (Venusprinzip)
4. Der Fötus reagiert mit Protest, (Pluto), Langeweile <> Aufregung (Uranusprinzip)…
5. Die Mutter ruht sich aus.
6. Der Fötus fühlt sich wohl (Jupiterprinzip), oder wird aggressiv und will um sich schlagen (Marsprinzip), oder…
7. Die Hebamme legt sich auf den Bauch der Mutter, um den Geburtsprozess zu forcieren.
8. Der Fötus reagiert/erlebt eine unbeschreiblichen Engeerlebnis, erhöht seine Aktivität, die ihn nicht weiterbringt, gibt innerlich auf. (Chironprinzip)
9.Die Mutter ruht in sich.
10. Der Fötus ist sauer und will weiter. (Erisprinzip)



So kann ich den Prozess mit Ereignissen, die durch Reiz- Reaktion ausgelöst werden beispielhaft bis zum Augenblick der Abnabelung fortsetzen.
B Die Abnabelung
Die Abnabelung kann vom Fötus z.B. als Befreiung und Weite (Neptunprinzip) oder wie ein Fall in das endlose Nichts erlebt werden. (Neptun/Fischeprinzip)
Mit diesen prägenden, gravierenden und vielleicht auch traumatisierenden Erlebnissen tritt der frisch geborene Mensch ins Leben.
Persönliche Anmerkung: Einer meiner ehemaligen Dozenten, (Pathologe) meinte uns unbedarften Studenten sagen zu müssen: „Meine Damen, meine Herren, Sie haben das wahrscheinlich Schlimmste in Ihrem Leben schon lange hinter sich gelassen und können sich gratulieren.
Sie haben Ihre Geburt überlebt.
Diese extreme Belastung hat Sie für das Leben stakt gemacht und ausgerüstet. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie eine belastendere Situation erleben und dann auch noch überleben“.
(Aus Erinnerung und mit spätem Dank den Herrn Dr. Eisele zitiert).

 

Der Weg der Astroenergetik

Schritte der Realisierung

Im zeitlich aufgelisteten Geburtsprozess zeigen sich die wichtigen/gravierenden und stark beeindruckenden Ereignisse an Hand der Abfolge der Planeten. Sie bilden die Grundlagen für das Geburtsastrogramm. Realisiert man genau diese Ereignisse durch eine Hin- oder Rückführung, werden die Inhalte/Ladungen/Strukturen fundamentaler und undifferenzierter erlebt, als die energetischen Prinzipien im „fertigen“ Geburtshoroskop.

Die Realisierung findet in vier Stufen statt.
A) dissoziiert: Der Klient erkennt ein Ereignis, er kann/will es nicht zu sich in Bezug setzen. Er erkennt keinen Bezug.
B) assoziiert: Der Klient erkennt Zusammenhänge zu sich, zu seinem Leben, zu seiner Umgebung, erlebt sie jedoch nicht.
C) identifiziert: Der Klient erlebt das Ereignis/als einen Teil seiner selbst. In bestimmten Körperbereichen und/oder ganzkörperlich.
D) erlöst: Der Klient sind die Inhalte als frei fließende Struktur, d. h. als Möglichkeiten bekannt.

Die Arten der Lösung

In der Astroenergetik habe ich unterschiedliche Entladungstechniken entwickelt, die ohne intensive kathartische Sensationen auskommen und sogar durch den Klienten selbst (bei entsprechender Erfahrung) praktizierbar und steuerbar sind.
Ich habe konfrontativ – meditative Wege, Körperhaltungen und eine ausgefeilt – sanfte Maltechnik entwickelt, um eine Befreiung von der körperlichen Blockierung, die man in Folge des Geburtsprozesses finden kann, zu erreichen.
Mit den Techniken kann man alle angezeigten energetischen Spannungen und Spannungsfelder lösen und die energetischen Inhalte wieder in frei fließende Lebensenergie wandeln.

Was noch wichtig ist: Die Fetalzeit

Das ist die Zeit zwischen der Bereitschaft zur Zeugung/Empfängnis und dem ersten Geburtsimpuls.
Die Fetalzeit findet man, indem man, ausgehend vom AC, das Astrogramm in Richtung Wassermann betrachtet.
Die Zeit kann man zur besseren Betrachtung ebenfalls mit einem linearen Astrogramm beschreiben:
Sie bereitet sich im Nichts (Fischeprinzip) vor, beginnt mit einem Zusammenkommen (Ei und Sperma) und endet wie mit dem ersten Impuls zur Geburt (Widderprinzip). Es beginnt mit der vielfältigen und schnellen Zellteilung (Wassermannprinzip), die sich immer weiter differenziert. Es entsteht im Weiteren die erste Form (Steinbockprinzip), aus der sich der Sinn (Schütze) ergibt.

Die Zeit des (unsichtbaren) Wachstums ist voller Zustände und Ereignisse, die den Wachstumsprozess beeinflussen. Vom körperlichen Klima und Essverhalten der Mutter bis hin zu Unfällen oder sogar Tod der Mutter.
Manche Ereignisse werden während der Schwangerschaft naturgemäß abgefedert oder sogar ausgeglichen, andere können die Grundlage für Behinderungen werden.
Doch auch diese natürlich regulierten Knotenpunkte hinterlassen Strukturen und Informationen im Energiefeld. Sie sind in Hin/Rückführungen später auffindbar, und so kann man auch noch die letzten Reste solcher Spannungsfelder zu lösen.
Der Weg durch die Ereignisse der Fetalzeit ist ein sehr schmerzhafter Weg, den man, so finde ich, in Begleitung gehen sollte.

Zur Auffindung und Orientierung von Knotenpunkten empfehle ich die Planetenpositionen, mit dem Uhrzeigersinn gehend, zu nutzen.

Ergebnis/Ziel

Wenn man alle Stufen von A) bis D) eines astrologischen Prinzips durcharbeitet erreicht man die erlöste Form. Arbeitet man alle Prinzipien des Lebens durch, hat man sich von den Abhängigkeiten der Blockierungen (Spannungsfeldern) gelöst.
Dann kann der Mensch das freie Leben leben, das jedem unbehindert zusteht, finde ich.
Das ist Normalität. Einfacher ist es nicht sagbar.
Das kann ein Ziel sein.

Quintessenz

Bei Betrachtung dieser Zusammenhänge stelle ich die Frage, ob die Einflüsse der (objektiven) Planten u.ä. verantwortlich für die Konstellationen wie im Geburtshoroskop dargestellt, sein können.
An den Einfluss der objektiven Gestirne glauben nicht nur „in Astrologie ungebildete“ sondern auch viele, in meinen Augen qualifizierte und verantwortlich handelnde Astrologen.

Ich sehe, dass das Astrogramm eine geniale Abbildung zeitlich vorhergehender Ereignisse (Fetalzeit und Geburtsprozess) mit aus der Astronomie stammenden Codeworten ist.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch auf den (sinngemäß zitierten) Satz von Helen Blavatsky hinweisen: Als alles (das Weltall) entstand, trat die Sonne in den Widder ein.“
Wer sich Zeit nimmt den zu überlegen, kann staunen und lachen, und sich weiterhin der Mutter Astrologie mit vollem Herzen erfreuen.

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