Die Ganzheit des Menschen

In der klassischen Astrologie wird die Qualität einer Beziehung durch den Winkel bestimmt, indem z.B. die Planetenbeziehungen zueinander stehen.
Ich möchte hier eine andere Sichtweise deutlich machen.
Die Winkel sind nicht ausschlaggebend.
Ausschlaggebend für die Qualität einer Beziehung sind die Inhalte der Prinzipien, sage ich.
Der Winkel kann ein Hinweis auf eine während der Geburt vorhandenen Beziehung sein.
Oppositionen, Quadrate oder Halbquadrate gelten als problematische, Trigion, Sextil oder Sextil gelten als harmonische Beziehungen. Dann gibt es noch die Beziehungen, die in der klassischen und psychologischen Astrologie als dissonant gelten können.
Dann haben wir Aspektfiguren wie „das große Kreuz“, das große Trigon, das T -Quadrat und das Yod.
Jede dieser Beziehungen / Aspekte unterliegt einer Grundbedeutung.

Der Aussage, dass die Qualität der Beziehung durch den Winkel bestimmt wird, könnte ich vorbehaltlos zustimmen, wenn in der Astrologie nur eine Ebene vorhanden wäre.

Die vier Stufen/Ebenen

Jedes Prinzip befindet sich in einem mehr oder weniger ausgeprägten Prozess der Transformation. Eine Transformation wird unterstützt durch Aspekte und Transite. Man kann die „natürliche“ Transformation mit den Möglichkeiten der Astroenergetik bewusst initiieren forcieren und unterstützen.

Das erste Stadium/die erste Ebene

Die erste Stufe/die erste Ebene der Qualität lebt sich nur „im Kopf“. Da ist es unwichtig, was die Realität hergibt. Es ist die Willkürlichkeit, im Geschehen, in den Werten, Zielen und in allem, was man sich denken kann. Man begreift alles, was sich im Kopf abspielt als wirkliche Wirklichkeit. Es ist eine neptunische Wirklichkeit, doch wem sollte das auffallen?
Der Satz der ersten Ebene ist: Das, was ich wahrnehme, ist so. Es herrscht die unbewusste Willkür.
Man hat auf der Eben die Möglichkeit, die Inhalte negativ (negativistisch – destruktiv) oder positiv (positivistisch – konstruktiv) zu leben und das allgemeingültig für Gut oder Böse/Schlecht zu erklären.
Unter dem Strich ist das Gute oder Böse unerheblich für die Bewusstseinsqualität.
Das erste Stadium/die erste Ebene kann man in konstruktiv gelebt und destruktiv gelebt werden. Es ist die gleiche Bewusstheitsfrequenz.

Das zweite Stadium/die zweite Ebene.

Auf der zweiten Ebene/Stufe der Qualität ist ein Gegenüber/das Andere erkannt.
Das heißt, man weiß um das Andere / etwas Anderes.
Man kann erkennen (und plappert es nicht nur nach), dass es weitere Realitäten gibt. Man stellt eindeutige (nicht erlernte oder zufällige) Kausalitäten und Finalitäten her.
Man erlebt sich in einem Zusammenhang. Auf der zweiten Stufe ist es ein Bewusstsein des klaren Andersseins.
Man erkennt, das Wort ist nicht das Ding. Das Wort ist ein Ding für sich, das Ding ist ein Ding für sich.
Letztendlich, und um es auf einen einfachen Nenner zu bringen, erlebt man das Gegenüber als ein Du.
Man erkennt Realität als Realität. Es ist klar und wird immer klarer: Realität ist nicht nur ein Wort im Kopf.
Ich brauche hier bewusst nicht das Wort Ich, sondern bewusst die Worte „es“ und „man“, weil die Inhalte sachlich (erkannt) und nicht persönlich gefärbt sind.

Das dritte Stadium/die dritte Ebene.

Auf die zweite Stufe/Ebene der Qualität folgt nach intensiver Auseinandersetzung und Reibung das Bewusstsein der dritten Stufe. Die in jedem Menschen vorhandenen Zweifel über seine eigene Existenz (versteckt und transportiert hinter der Frage: Wer / Was bin ich?) sind nicht mehr.

Es ist zunächst eigenartig. Alles ist das, ich bin der Mittelpunkt. Ich spüre, erkenne und erlebe: Ich bin der Mittelpunkt und deswegen bin ich so wie ich bin.
Auf dieser Ebene ist das astrologische Prinzip ohne erlernten, geprägten Inhalt. Es ist rein, so wie es ist, nur mit, von und aus sich selbst heraus.
Das gilt für die Sonne, genauso wie für jeden berechneten Punkt.
Ich weiß, dass ich bin, ich bin vollends identifiziert mit mir und mit dem, was ich tue und lasse.
Das ist die Ebene des im tiefen Sinne des Wortes voll verantwortlichen Menschen.
Diese Ebene kann der Mensch nur bewusst durch Selbstaufgabe verlassen.

Das vierte Stadium/die vierte Ebene

Um es kurz zu machen. Diese Qualität ist nur dadurch zu beschreiben, was sie nicht ist, doch selbst das ist nicht möglich.
Sie ist das Nichtnichts, was nur durch hinweisende Worte zu vermerken ist.
Sie ist nur im Jetzt und damit auf keine Art und Weise fassbar.
Selbst durch ihre Unfassbarkeit ist sie nicht zu definieren.
Auf dieser Ebene ist alles gleich, nichts hat eine eigene Kontur.
Sie umfasst alle anderen Ebenen und zeichnet sich durch einen scheinbaren Nichtcharakter aus.

Überblick:

Das Prinzip/die Qualität der ersten Ebene meint, es selbst wäre alles.
Die zweite Ebene ist die der Dualität.
Die dritte Ebene ist die des Selbstsein.
Die vierte Ebene ist das Nichtnichts.

In der Lebensrealität ist es so, dass ein Mensch in der Tendenz und schwerpunktmäßig einer Ebene zuzuordnen ist. Natürlich gibt es Mischformen zwischen den Stufen.
Es gibt nicht nur die Transformationen in Richtung nächsthöherer Stufe, man kann sich auch zurückentwickeln.
Ein Mensch mit vornehmlichem Aufenthalt auf der zweiten Ebene kann nicht wissen, wie es ist, auf der dritten Ebene zu sein.
Ein Mensch (astrologisches Prinzip) der ersten Ebene hält sich selbst für den Nabel der Welt und hat keine Ahnung, sondern nur Phantasien und Glaubenssätze darüber, wie ein Mensch/Prinzip einer anderen Ebene lebt und ist.

Die Beziehungen

Gedankenspiel: Innerhalb eines Menschen hat ein astrologisches Prinzip welches auf der dritten Ebene (Selbstsein) existiert, z.B. Jupiter, eine Beziehung mit der ersten Ebene z.B. Mars. Die Divergenz ist ohne größere Konflikte und Kompensationen kaum auszuhalten. Es ist so, als ob ein durch und durch gebildeter Mensch mit einem überzeugten Primitivling ein Haus teilen müssten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Marsprinzip/“überzeugter“ Primitivling sich Bildung zulegt (wenn auch nur der Form halber und angelernt) ist groß, weil der Mensch/das Prinzip der dritten Ebene stärker, kongruenter und in sich stabiler ist.
Eine andere Möglichkeit wäre eine Abspaltung/Opposition zwischen den Prinzipien.
Man kennt es im täglichen Miteinander, primitiv und gebildet müssen Umgangsformen miteinander finden. Wie in der Gesellschaft, so auch im Individuum.
In der Astrologie ist das alles eine Sache der Aspekte.

Übrigens

Denkt man den Beziehungsgedanken astroenergetisch und transformatorisch weiter, erkennt man schnell, dass es in der Astroenergetik nur vorübergehende problematische Beziehungen gibt.
Die Astroenergetik hat die Möglichkeiten das jeweilige Prinzip vom Groben ins Feine zu bringen und, wie es die Alchemisten sagen, aus Blei Gold zu machen.
Wobei das alchemistische Gold nach wie vor nicht anfassbar oder positiv beschreibbar ist, weil es, die vierte Ebene/ Stufe ist.

 

Ein Gedanke zu “Die Ganzheit des Menschen

  1. Was für ein machtvolles Instrument dieAstroenergetik ist, die ich/ jeder im Sinne der Entwicklung meines/ seines menschlichen Bewusstseins einsetzen kann, wird durch das Aufzeigen der 4 Ebenen sehr deutlich. Besonders interessant finde ich auch das Beispiel mit den auf unterschiedlichen Ebenen sich bewegende „Planeten“ Energien. Eine ähnliche Erfahrung/Transformation (die noch andauert) habe ich auch mit Mars und MC gemacht. Wobei hier (derzeit) der Mars für den MC der „Lehrmeister“ ist. Sehr spannend, sehr direkt und lebenspraktisch.

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